Fenster entsorgen | Alte Fenster loswerden auf dem Wertstoffhof?

Wenn eine Sanierung nötig ist, kommen häufig schwierige Fragen auf, die vorher nie gestellt wurden. Die richtige Entsorgung von alten Fenstern zählt dazu. Immerhin sind Fenster deutlich komplexer und größer als ein Briefumschlag oder eine Papiertüte – und wollen trotzdem richtig entsorgt werden.

Informieren Sie sich deshalb umfangreich, wie das geht und wie viel es kosten kann.

Alte Fenster entsorgen: Warum es so wichtig ist

Umweltschutz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Dazu zählt auch die richtige Entsorgung von Abfällen. Bei alten Fenstern ist diese ein zusätzlicher Gewinn, denn die meisten Bestandteile von Fenstern sind nach der passenden Aufbereitung wiederverwendbar. Einige dieser Materialien wie zum Beispiel Holz oder Metalle sind wegen der endlichen Ressourcen auf unserem Planeten sehr wertvoll.

In Großstädten wie Berlin, Hamburg oder Köln gibt es oft spezialisierte Entsorger. Diese Fachbetriebe sind vor allem dann empfehlenswert, wenn alte Fenster gleich durch neue ersetzt werden sollen. Sie entsorgen dann die alten Fenster, kümmern sich um das Recycling und bauen die neuen ein. Pro Fenster kann die Entsorgung zwischen 15 und 30 Euro kosten, je nach Fenstertyp.

Kann ich alte Fenster auch alleine entsorgen?

Die Entsorgung im Alleingang ist meist aufwändiger. Zunächst müssen Sie das alte Fenster demontieren, anschließend das Glas aus dem Rahmen schlagen und die Beschläge abmontieren. Dann müssen die verschiedenen Bestandteile getrennt entsorgt werden. Sie können dazu in Containern zwischengelagert und später auf dem Wertstoffhof abgegeben werden. Das Entsorgen von Fenstern als Sperrmüll ist nicht erlaubt.

Wer es sich einfacher machen möchte, kann alte Fenster in einem Baustellenabfall-Container entsorgen anstatt sie in ihre Bestandteile zu zerlegen. Unter Baustellenabfall fallen sowohl dieser Mischabfall als auch Gips, Tapetenreste, Kabel, Rohre und Wärmedämmungen aus Styropor. Bei Sanierungen kann ein solcher Container dementsprechend hilfreich sein. Aber: Die Miete wird zusammen mit dem An- und Abtransport etwa achtzig Euro pro Woche kosten.

Holzfenster nach der Altholzverordnung entsorgen

Die Altholzverordnung schreibt vor, wie alte Fenster aus Holz entsorgt werden sollen. Das hängt vom Material und seiner Vorbehandlung ab. So erklärt sie beispielsweise, dass Möbel aus Massivholz, Innentüren, Dielen, Möbel ohne PVC-Anteile und Leimholzplatten für die stoffliche Verwertung geeignet sind. Aus ihnen können also beispielsweise neue Spanplatten angefertigt werden.

Fenster hingegen werden laut der Altholzverordnung in einer geeigneten Anlage thermisch verwertet. Unter dieselbe Kategorie fallen Außentüren, Zäune, Möbel mit PVC-Beschichtungen und Altholz mit hoher Schadstoffbelastung. Eine Sonderstellung nimmt Altholz ein, das mit PCB enthaltenden Mitteln behandelt wurde. Es darf nur auf einer Sonderabfall-Deponie entsorgt werden.

Müllentsorgung Recyclinghof Müll

Auf dem Wertstoffhof können Sie alte Fenster umweltfreundlich entsorgen.

Metallfenster entsorgen und Geld verdienen

Alte Metallrahmen und Fensterbeschläge werden nach der Entsorgung zerkleinert, sortiert, gereinigt und eingeschmolzen. So wird der neue Rohstoff gewonnen, der im Anschluss wieder ein Bestandteil für Fenster, Türen und Bauprofile werden kann. Altes Alu beispielsweise wird erst geschreddert und von Fremdmaterialien getrennt, bevor es im Schmelzwerk eingeschmolzen und zu Pressbolzen gegossen wird.

Übrigens: Aluminium gilt als hochwertiges Altmetall. Deshalb ist es möglich, dass Sie durch das Entsorgen sogar Geld verdienen können. Hohe Beträge gibt es allerdings erst ab großen Mengen an Metall. Der Geldbetrag hängt außerdem vom Mischverhältnis und der Verunreinigung des Stoffes ab.

Fensterglas wird als Altglas recycelt

Alte Fensterscheiben werden für gewöhnlich als Altglas recycelt. Dabei dürfen sie außer produktionsbedingten Materialien wie Heizdrähten und Folien keine Fremdstoffe wie Fensterkitt, feuerfestes Glas und Glaskeramik enthalten. Außerdem wichtig: Metallbedampftes oder gasgefülltes Glas sollten Sie ausschließlich von Fachbetrieben entsorgen lassen! Denn das häufigste Isoliergas ist Schwefelhexafluorid, ein äußerst schädliches Treibhausgas.

Flach- beziehungsweise Floatglas kann auf ein großes Sammel- und Aufbereitungsnetz zurückgreifen. Klare Floatscherben können schlicht wieder eingeschmolzen werden, Flachglasscherben benötigen zuerst einen Aufbereitungsprozess. Beides kann am Ende wieder in der Floatglasproduktion eingesetzt werden. Jedoch ist es auch möglich, Gussglas, Dämmwolle, Schmirgelpapier oder Glasbausteine aus den geschmolzenen Scherben zu fertigen.

Kunststofffenster bilden einen geschlossenen Wertkreislauf

Für PVC-Rahmen gibt es meistens ein Rücknahmesystem beim Hersteller. Dort wird sich um das Recycling gekümmert. Kunststoffrahmen und -flügel können Sie daher noch im Rohzustand zur zuständigen Annahmestelle bringen. Das bedeutet, dass Glas, Beschläge und Dichtungen vorher nicht abmontiert werden müssen.

Kunststoff wird bei der Wiederverwertung in einem Schredder zerkleinert. Aus dem Materialstrom werden Metalle und Glas ausgesondert, sodass PVC-Mahlgut entsteht. Es folgen diverse weitere Schritte zur Zerkleinerung, Trennung und Aufbereitung. Das gesäuberte Mahlgut wird erhitzt und durch ein Sieb gepresst. Das Resultat ist sortenreines PVC-Granulat, das bereit für die erneute Profilproduktion ist.

Video: Wie PVC-Fenster wiederverwendet werden

Nicht alle Menschen interessieren sich dafür, was nach dem Wegwerfen mit ihrem Abfall geschieht. Doch einige Prozesse sind einen Blick wert: Der Kunststoff Ihrer alten Fenster geht einen langen Weg, bis wieder neue Profile aus ihm gefertigt werden können. Der Videolink erlaubt einen tieferen Blick in den Recyclingprozess.

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Fazit

In großen Städten gibt es Fachbetriebe, die sich um die Entsorgung alter Fenster kümmern und neue einbauen. Einzelne Fenster können beim Wertstoffhof abgegeben werden, während sich für größere Mengen das Sammeln in Containern empfiehlt.

Das Entsorgen von Fenstern als Sperrmüll ist nicht erlaubt. Nach der Entsorgung geht jedes Fenstermaterial seinen eigenen Weg. Doch sowohl Holz und Aluminium als auch Kunststoff und die Verglasung können wiederverwendet werden.

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