Fenster nachträglich einbauen | Bodentiefe für Fensterbau?

Wir Menschen brauchen Licht um zu leben. Nicht umsonst fühlen wir uns am Wohlsten, wenn die Sonne scheint. Dahinter steckt ein komplexer chemischer Prozess, der im Gehirn stattfindet. Vereinfacht ausgedrückt, erhöht Licht den Ausstoß von Serotonin, einem körpereigenen Stoff, der uns glücklich macht.

Leider ist es so, dass in vielen Räumen natürliches Licht fehlt, weil es zu wenige oder zu kleine Fenster gibt. Doch in den meisten Fällen kann dieser Lichtmangel durch größere Fensteröffnungen behoben werden. Allerdings gibt es dabei einige wichtige Dinge zu beachten.

Zuerst muss jedoch der Begriff Fußbodenhöhe klargestellt werden. In diesem Text wird für den Abstand zwischen Boden und Unterkante Fenster durchgängig Fußbodenhöhe verwendet. Gemeint ist allerdings die Brüstungshöhe. Da für Laien Fußbodenhöhe geläufiger ist, wird dieser Begriff oder Bodenhöhe hier verwendet.

Rechtliche Bestimmungen zum Einbau der Fenster

Bevor Sie den Einbau eines Fensters planen müssen ein paar rechtliche Hürden genommen werden. Wie vieles in Deutschland existieren auch für den Fenstereinbau eine ganze Reihe von Verordnungen und Bestimmungen. Ob in Bayern oder NRW – ohne behördliche Genehmigung ist der nachträgliche Einbau schlicht verboten.

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Möchten Sie beim Renovieren die Fenster neu einbauen lassen, müssen Sie die Bodentiefe beachten.

 

In diesem Falle ist es auch berechtigt, denn die Außenwände sind immer tragende Elemente. Werden daran Veränderungen vorgenommen, dann beeinträchtigt das die Tragfähigkeit der Wände. Da es hier aber um die Fußbodenhöhe geht, sollen die notwendigen Schritte nur kurz angerissen werden.

Bevor Sie mit dem Einbau beginnen, benötigen Sie die Genehmigung eventueller Nachbarn, zu deren Grundstück das Fensterzeigt. Außerdem muss die Statik des benötigten Sturz berechnet werden. Des Weiteren benötigen Sie eine Baugenehmigung und bei einem Altbau eventuell noch die Genehmigung der zuständigen Denkmalschutzbehörde.

Wie hoch muss die Fußbodenhöhe sein?

Die Fußbodenhöhe für Fenster, also der Abstand von Fußboden bis Unterkante Fenster sind in den Bauordnungen der Bundesländer festgeschrieben. Hier ist festgelegt, dass bis 12 Meter Fallhöhe die Bodenhöhe für einfache Fenster 80 Zentimeter betragen muss. Ist die Fallhöhe größer als 12 Meter, muss die Bodenhöhe 90 Zentimeter betragen.

Glücklicherweise haben sich die meisten Bundesländer auf gemeinsame Vorgaben geeignet. Ausnahmen finden sich nur in Bayern und Baden Württemberg. Bayern schreibt hier bis 12 Meter Fallhöhe eine Bodentiefe von 90 Zentimetern vor. Bei einer Fallhöhe von mehr als 12 Meter sind 110 Zentimeter Bodentiefe vorgeschrieben.

Einen Sonderweg geht Baden Württemberg. Zwar gilt auch hier die bundesweiten Regelung von einer Bodentiefe von 80 Zentimetern. Allerdings nur dann, wenn die Breite der Brüstung mindestens 20 Zentimeter beträgt.

Bei einem Flachdach entfällt natürlich schon rein baubedingt eine Bodentiefe. Hier steht eher der wasserdichte Einbau im Vordergrund. Hier sollte man auf jeden Fall in ein gutes Kompriband investieren.

Bei Dachfenstern werden die Regelungen kompliziert

Neben den Vorgaben für einfache Fenster existieren spezielle Vorgaben für Dachfenster. Hier beträgt die Fußbodenhöhe für ein Kipp-Schwing-Fenster nach der Bauvorschrift mindestens 90 Zentimeter. Wollen Sie diese einhalten, kommen Sie mit anderen baurechtlichen Vorgaben in Konflikt.

Wird ein Kipp-Schwing-Fenster in der vorgegebenen Höhe eingebaut, befindet sich die Fensterkante des geöffneten Fensters in etwa 175 Zentimeter Höhe. Bei großen Personen besteht dadurch eine Verletzungsgefahr.

Die einfachste Lösung wäre das Dachfenster weiter oben anzubringen. Überschreitet die Bodentiefe jedoch 110 Zentimeter, kann es passieren, das die Fensteröffnung nicht mehr als Fluchtweg zugelassen ist. Bei Privathäusern wird das keine große Rolle spielen, bei gewerblich genutzten Objekten allerdings schon.

Viel schwerer wiegt dagegen, das sich der Abstand von Fensterbrüstung zur Dachtraufe erhöht. Dieser darf 100 Zentimeter nicht überschreiten, damit im Falle eines Brandes, die Feuerwehr einen einfachen Zugang zum Gebäude hat.

Im Vorfeld über Kosten und Förderungen informieren

Wer Fenster nachträglich einbauen möchte, sollte sich im Vorfeld über die Arten und Fördermöglichkeiten informieren. In diesem Video erfahren Sie kurz und bündig die wichtigsten Unterschiede bei Fenstern und der Verglasung.

Den Abschluss macht ein kurzer Überblick über Fördermöglichkeiten und welche Bedingungen dafür gelten. Im Gegensatz zu einem Fertighaus kann es bei einem Altbau zu Problemen mit der Förderung kommen. Das Video bietet Lösungsansätze, wie man eine Förderung dennoch erhält.

Die Preise wenn man Fenster nachträglich einbauen möchte

Wie hoch die Kosten sind, wenn man Fenster nachträglich einbauen möchte, kann nur sehr schwer eingeschätzt werden. Sehr viele verschiedene Faktoren haben hier Einfluss auf den Preis. So spielt bereits die Beschaffenheit der Wände eine Rolle.

In die Wände eines Fertighaus können Fensteröffnungen wesentlich einfacher geschnitten werden als bei einem Altbau. Der Grund liegt darin, das die Wände eines Altbaus meist aus Klinker bestehen, was die notwendigen Sicherungsmaßnahmen aufwendiger macht.

Weitere Kostenfaktoren sind die Form und die Größe der Fenster. Die preiswerteste Form ist sicherlich das Einbauen eines Kellerfenster. Ein normal großes Fenster ist schon etwas teurer. Am teuersten fallen Sonderformen wie etwa ein rundes Fenster aus.

Auch der Schallschutz ist natürlich ein Faktor, der sich auf den Preis niederschlägt. Die Kosten haben allerdings weniger mit dem nachträglich einbauen zu tun, sondern mit der Beschaffenheit des Fensters. Stichwörter sind hier die Glasstärke und ob es sich um eine 2-fach- oder 3-fach-Verglasung handelt.

Letztlich spielt es ebenfalls eine Rolle, ob es sich im Markenfenster handelt. So sind Produkte des Unternehmens Velux immer ein wenig teurer als andere Hersteller. Abschließend kann man sagen, dass die Preise variieren können. So muss man mit einem hohen dreistelligen bis mittleren vierstelligen Preis pro nachträglich eingebauten Fenster rechnen.

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