Fenster streichen | Anleitung ohne abschleifen und Kosten im Vergleich

Fenster sind mehr als Lichtöffnungen in der Wand. Sie schützen uns auf Dauer vor jeder Wetterlage. Damit sie von außengegen Regen, Kälte und andere Witterungen ebenfalls geschützt bleiben, ist regelmäßig ein neuer Anstrich notwendig. Auch von innen.

Das trifft besonders auf Holzfenster im Altbau zu. Diese Anleitung gibt Ihnen Tipps, worauf Sie dabei alles achten müssen. Alle Schritte sind ohne Abschleifen möglich.

Wie oft ist ein neuer Anstrich eigentlich notwendig?

Wie oft Fenster gestrichen werden müssen, am besten ohne Abschleifen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist hierbei, um welche Fenster es sich handelt. Aluminium, Stahl oder Kunststoff sind nicht so anfällig wie Holz. Darum sind es vor allem Holzfenster, die ohne besondere Pflege angegriffen werden.

Ob es Zeit ist für einen neuen Anstrich, erkennen Sie in erster Linie an der Farbe auf den Fenstern. Wirkt sie abgenutzt oder blättert der Lack bereits ab, dann muss es sein. In der Regel sollten Fenster, welche aus Holz sind, alle fünf Jahre neu gestrichen werden. In Gegenden mit stärkeren Witterungen und alte Fenster auch öfter.

Wichtiger Hinweis für Mieter laut Mietrecht: Wenn es im Vertrag nicht anders geregelt ist, gilt für Mieter, dass der Vermieter für die Kosten der Instandhaltungen verantwortlich ist. Was dazu zählt, ist das Streichen der Fenster von außen, wenn es dem Schutz dient. Der Mieter muss sich lediglich um Schönheitsreparaturen kümmern. Bei einem Auszug muss der Mieter sie laut Mietrecht nur streichen, wenn es ebenfalls im Mietvertrag festgehalten wurde.

Lasur Farbkarten Farben

Wichtig ist es anhand einer Farbkarte die richtige Lasur für Ihre Fenster zu finden.

Kosten: Selbst streichen oder einen Maler beauftragen?

Um Geld zu sparen, können Mieter die Fenster, auch alte, ohne Abschleifen selbst streichen. Dafür brauchen sie nur die richtigen Materialien. Die Farbe ist das teuerste. Je nach Marke und Beschaffenheit kostet der Liter zwischen 15 und 30 Euro.

Hinzu kommen die Kosten für Pinsel, Farbrolle, Abklebeband und anderes nach Bedarf. Bei fünf großen Fenstern in einer Wohnung kommen Sie damit auf rund 100 Euro für den gesamten Anstrich.
Wenn Sie hingegen einen Maler streichen lassen, kostet es mehr. Je nach Anbieter liegt der Preis pro Fenster zwischen 100 und 150 Euro, welcher abhängig von der Größe ist. Hinzu kommen eventuell noch Anfahrt-, Material- und andere Kosten.

Je mehr Fenster in Ihrer Wohnung sind, desto sinnvoller ist es, die Arbeit selbst zu erledigen, um Kosten zu sparen. Bei fünf kommen Sie mit einem Maler auf mindestens 500 Euro. Es lohnt sich, die Preise zu vergleichen.

Den Anstrich vorbereiten: aushängen, abschleifen, abkleben

Je nach Alter und Abnutzung des letzten Anstrichs, kann es sinnvoll sein, die Fenster zuvor auszuhängen und die Griffe abzumontieren. So können die Oberflächen gleichmäßig bestrichen werden. Legen Sie dafür eine Arbeitsplatte oder den Boden mit Zeitungspapier aus. Darauf können Sie dann die Fenster zum Streichen legen.

Blättert die Farbe oder der Lack bereits ab, ist es nötig, ihn vorher zu entfernen. Abschleifen ist nie zu empfehlen, da sich dadurch viel Staub bildet, der sich überall ablagern kann. Abbeizen ist eine andere Möglichkeit, oder mit Spachtel und einem Heißluftfön rangehen. Sobald die Oberfläche des Fensters glatt ist, kann sie gestrichen werden.

Wurden die Fenster in den Jahren davor aber regelmäßig gegen die Witterungen geschützt, reicht es aus, sie im Rahmen zu lassen. Sie brauchen nur oberflächlich geschliffen werden. Kleben Sie die Wand rundherum ab, ebenso den Fenstergriff, und alle weiteren Oberflächen, die nicht mitgestrichen werden sollen. Achten Sie dabei auch auf die Silikonfuge, die Sie ebenfalls abkleben.

Video-Tipps: Fenster streichen mit Lasur

In der verlinkten Anleitung auf YouTube wird veranschaulicht, wie Holzfenster mit dem Pinsel und einer Dünnschichtlasur gestrichen werden können. Zuvor werden Rahmen und Fenster nur kurz angeschliffen. Ohne Aushängen. Der Anstrich erfolgt sowohl von außen als auch von innen. Zuletzt wurden die Fenster zwei Jahre zuvor gestrichen, was allerdings nur von außen erfolgte.

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Lack oder Lasur: Womit sollen Sie streichen?

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, können die Fenster gestrichen werden. Je nach Vorliebe, darf mit Lack oder Lasur gestrichen werden. Der Preis ist ähnlich. Womit die natürliche Maserung des Holzes erhalten bleibt, ist die Lasur. Lack dagegen gibt den Fenstern ein glattes Aussehen, welcher aber auch einen zuverlässigen Schutz gegen Sonne und Regen bietet.

Bei der Lasur wird zwischen Dünnschicht- und Dickschichtlasur unterschieden. Mit einer Dünnschichtlasur wird das Holz nicht versiegelt, nur imprägniert. Erst mit einer Dickschichtlasur wird ein schützender Film auf dem Holz gebildet. Dünnschichtlasur eignet sich also eher für Fenster, die regelmäßig gestrichen wurden und deren Anstrich nicht abgemacht wird. Auch hier sind die Preise ähnlich.

Wichtig ist auch zu entscheiden, in wie vielen Lagen Sie Farbe auftragen. Ist der letzte Anstrich noch gut erhalten und musste nur kurz angeschliffen werden, reicht eine Lage aus. Möchten Sie sicher gehen, tragen Sie zuerst eine Grundierung auf und dann die richtige Schicht. Bei besonders anfälligem Holz oder abgenutzten Fenstern, darf noch eine weitere Schicht aufgetragen werden. Warten Sie jeweils ab, bis eine Schicht getrocknet ist, bevor Sie die nächste auftragen.

So führen Sie den Anstrich der Fenster durch

Beginnen Sie mit den waagerechten Flächen des Fensters und streichen Sie mit dem Pinsel immer entlang der Maserung. Achten Sie dabei auf die Silikonfuge und darauf, zuerst die schmalen und weniger sichtbaren Stellen des Fensters zu streichen. Erst danach sind die großen Flächen dran. Dabei sollte die größte Sorgfalt aufgewendet werden, weil die großen Flächen am deutlichsten sichtbar sind.

Nachdem Sie das Fenster gestrichen haben, ist der Rahmen an der Reihe. Dafür muss er zuvor genauso für einen Anstrich vorbereitet worden sein. Beginnen Sie auch hier mit den waagerechten Flächen, mit dem Pinsel immer entlang der Maserung. Ebenfalls sollten die schmalen und weniger sichtbaren Stellen zuerst gestrichen werden.

Wenn es erforderlich ist, tragen Sie zuerst eine Grundierung auf. Danach folgt eine Schicht Lack oder Lasur. Um einen perfekten Anstrich und Schutz zu gewährleisten, kann sogar eine zweite Schicht Lack oder Lasur nötig werden. Allerdings ist nach dem Trocknen jeder Schicht eine weitere Glättung der Oberfläche nötig, zum Beispiel durch Anschleifen mit einem Schleifschwamm. Ohne aufwendiges Abschleifen.

Fazit der Anleitung

Das regelmäßige Streichen von Fenstern ist sehr zu empfehlen, besonders von außen und wenn sie aus Holz sind. Sind viele Fenster in einer Wohnung vorhanden, kann es sinnvoll sein, sie als Mieter selbst zu streichen. Das spart Kosten, wenn der Vermieter nie dafür aufkommt.

Wenn die Fenster alle fünf Jahre neu angestrichen werden, geht das Streichen leicht von der Hand, ganz ohne Abschleifen. Auch beim Auszug aus der Altbau-Wohnung.

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