Kissen nähen mit Hotelverschluss | Anleitung zum selber machen

Wer gerade erst mit dem Nähen anfängt oder kleine Projekte für Zwischendurch sucht, ist mit einem Kissenbezug gut beraten. Doch der leidige Reißverschluss bereitet vor allem Anfängern Probleme, da er exakt angebracht und angenäht werden muss.

Wesentlich einfacher und schneller lässt sich ein Kissenbezug mit Hotelverschluss nähen. Hierbei handelt es sich um eine verdeckte Öffnung, durch die sich Kissen und Decken wesentlich schneller beziehen lassen, was vor allem im Hotelgewerbe Zeit und Kosten spart. Der Hotelverschluss wird manchmal auch als Bezug mit Einschlag bezeichnet.

Das Schnittmuster ist denkbar einfach

Messen Sie das Kissen bzw. die Küssenfüllung aus. Kleine Deko-Kissen haben meistens die Maße 40 x 40 cm, 50 x 50 cm.
Auch für Seitenschläferkissen (40 x 80 cm) eignet sich der Hotelverschluss hervorragend.
Die Breites des Zuschnittes entspricht der Kissenbreite + doppelter Nahtzugabe, die Länge des Zuschnittes der 2,5-fachen Kissenbreite + 2 x Saumzugabe (jeweils ca. 3 cm).

Für das Schnittmuster bei einem Kissen mit 50 x 50 cm bedeutet das:
Breite = 50 cm + 2 x 1,5 cm = 53 cm
Länge = 50 cm x 2,5 + 2 x 3 cm = ca. 130 cm

Anleitung Kissenbezug mit Hotelverschluss nähen:

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Für das Schnittmuster eignet sich Baumwollstoff oder Leinen besonders gut, da dieser vor allem für Anfänger leichter zu verarbeiten ist und sich nicht dehnt.

Als erstes werden die kurzen Seiten des Stoffes gesäumt, da diese später den Hotelverschluss – also die beiden überlappenden Stoffenden – bilden. Dazu wird der Stoff mit der linken Seite nach oben ausgebreitet und ca. 1,5 cm von der kurzen Kante umgefaltet, sodass dieser Streifen von der rechten Stoffseite sichtbar wird. Danach wird dieser Streifen nochmals umgefaltet und mit Nadeln oder Wonder Clips (Stoffklammern) festgesteckt.

Wer die Breite des Saums nicht auf dem Stoff anzeichnen möchte, kann ein Schneiderlineal nutzen und dieses zwischen die Stofflagen legen, um den umgefalteten Streifen auszumessen. Wenn dieser zum zweiten Mal umgeschlagen wird, dient er automatisch als Maß.

Nun wird der Saum entlang der Innenkante mit der linken Stoffseite nach oben zeigend mit einem Geradstich festgenäht. So können Sie jederzeit erkennen, ob der Abstand zur Stoffkante gleichmäßig ist und die Naht grade wird. Denken Sie daran, Anfang und Ende der Naht zu verriegeln, damit diese sich nicht wieder lösen.

Damit der nun gebildete Stofftunnel sich nicht wölbt, wird die Außenkante des Saums knappkantig abgesteppt.
Wiederholen Sie diese Schritte mit der gegenüberliegenden kurzen Seite des Stoffes.

Nähtutensilien Zubehör Stoff Schere Stecknadeln Maßband

Mit den richtigen Nähuntensilien bekommen Sie ein Kissen sehr einfach genäht.

Nun geht es an den eigentlichen Kissenbezug

Legen Sie sich dazu den Stoff mit der schönen Seite nach oben auf eine gerade Oberfläche. Schlagen Sie die untere (kurze) Kante ca. 35 cm nach oben, sodass die schönen Seiten auf einander liegen. Falten Sie nun das obere Stoffende so weit nach unten, bis die Hülle eine Höhe von 50 cm hat und stecken die offenen Seitenkanten mit Klammern oder Nadeln fest.

Die Kanten werden mit einem Geradstich und einer Nahtzugabe von jeweils 1,5 cm festgenäht. Damit die Nahtzugaben später nicht störend auseinander stehen wenn die Kissenfüllung eingeschoben wird, sollten die Kanten mit eine Zick-Zack-Stich oder Kettenstich versäubert werden.

Mit einem Griff durch die Öffnung bzw. den Hotelverschluss kann der Bezug jetzt gewendet werden. Achten Sie darauf, die Ecken gut auszuformen bevor die Kissenfüllung in die Hülle gesteckt wird.

Fertig!

Wer eine kleine Herausforderung braucht oder einfach viele schöne Stoffreste hat, die viel zu schade zum Wegwerfen sind, kann einen Patchwork-Stoff nähen und aus diesem den Kissenbezug herstellen. Beim Patchworken werden mehrere Stoffstücke mit einander vernäht, um Decken, Kissenbezüge, Taschen oder Turnbeutel herzustellen.

Bei Youtube finden Sie viele kostenlose Anleitungen zum Patchworken und Designen von Kissenbezügen:
Patchworken – leichte Anleitung für Anfänger

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Diese Anleitung zeigt in wenigen einfachen Schritten, wie aus Stoffquadraten großere Stoffbahnen entstehen.
Sie können Ihrer Fantasie dabei freien Lauf lassen: Zum Patchworken eigenen sich viele Formen.

Es können Quadrate, Dreiecke oder Streifen gerade oder schräg versetzt zusammen genäht werden.
Werden Streifen in einem 45 Grad-Winkel zurecht geschnitten und an einander genäht, wirken diese später wie ein diagonales Muster und bilden einen besonderen Hingucker.

Das Nähen mit Patchwork-Stoffen erfordert zwar etwas Übung und sehr genaues Ausmessen und Zuschneiden, eröffnet aber ganz neue Möglichkeiten. Sie sollten nur darauf achten, dass die verwendeten farbigen Stoffe aus der gleichen Farbfamilie kommen (z.B. Rottöne, Blautöne, Pastelltöne) oder Kontrastfarben wie Schwarz-Weiß eingesetzt werden.

Hier ist jedoch Vorsicht beim späteren Waschen geboten, da vor allem schwarze Stoffe stark aus- / verfärben und ein Farbfänger-Tuch mit in die Maschine gegeben werden sollte.

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