Holztisch ölen (Anleitung) | Leinöl als Hausmittel?

Ein schöner und gepflegter Echtholztisch ist ein Blickfang. Damit dies so bleibt oder wird, sollten Sie ein paar Dinge bei der Pflege und Reinigung Ihres Holztisches beachten, dass Sie und alle Ihre Gäste lange Freude an diesem Holztisch haben.

Und das Beste ist, das Ölen eines Massivholztisches ist keine Zauberei und lässt sich mit wenigen Schritten und Hilfsmitteln gut selbst machen.

Erst die Vorbereitungen, dann das Ölen

Auch wenn Sie sich sofort voller Tatendrang an das Ölen Ihres geliebten Echtholztisches machen möchten, sollten Sie ein paar kleine Vorbereitungen treffen, um ein optimales Endergebnis zu erzielen. Als erstes müssen Sie alle Flächen des Tisches, die Sie ölen wollen, mit einem weichen Tuch reinigen.

Bei Bedarf kann hierfür ein spezielles Holzreinigungsmittel verwendet werden. Sind Kratzer im Holz, können Sie diese mit einem sanften Schleifvlies abschleifen. Hierbei sollten Sie darauf achten, dass Sie in Faserrichtung schleifen, um ein optisch schönes Ergebnis zu erreichen.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, in welcher Intensität Sie Kratzer mit dem Schleifvlies bearbeiten können, können Sie dessen Wirkung an einer unauffälligen Stelle an der Unterseite der Tischplatte ausprobieren. Jedes Holz reagiert auf Grund seiner Härte, Farbe und Faserstruktur anders auf das Abschleifen. Daher sind Sie mit einem verdeckten Probeschleifen auf der sicheren Seite.

Achten Sie auch darauf, den Tisch innen zu reinigen, denn das Ölen lässt den Holztisch nicht nur in neuem Glanz erstrahlen, sondern es ist auch ein Schutz für das Holz. Ist der Holztisch durchgetrocknet, fett- und staubfrei, dann sind alle benötigten Vorbereitungen getroffen und der nächste Schritt kann in Angriff genommen werden.

Hier finden Sie die passende Anleitung zum Ölen Ihres Holztisches

Zum Einölen den Küchenschrank plündern

Sie können einen Massivholztisch mit einem speziellen Öl, welches extra für das Ölen von Holztischen verkauft wird, einlassen oder Sie können auf Hausmittel zurückgreifen. In jedem Haushalt findet sich Öl, das zum Kochen verwendet wird. Dieses Öl kann allerdings auch zum Ölen eines Holztisches verwendet werden.

Allerdings ist nicht jedes Öl gleichermaßen geeignet. So sind z. B. Olivenöl, Rapsöl oder Sonnenblumenöl eher ungeeignet, da es sich um Öle handelt, die langsam bzw. nicht vollständig trocknen, das bedeutet, es entsteht keine Harzschicht.

Trocknet das Öl nicht vollständig durch, kann es zur Entstehung von Schimmel kommen. Daher ist davon abzuraten, einen Massivholztisch z. B. mit Olivenöl zu ölen.

Womit soll der Tisch dann eingeölt werden, wenn auf ein Hausmittel zurückgegriffen werden soll? Die Antwort lautet Leinöl, da es sich hierbei um ein aushärtendes Öl handelt, entsteht hier beim Trocknen die benötigte Harzschicht. Auch Erdnussöl kann gut zum Einölen eines Holztisches verwendet werden. Im Gegensatz zu Leinöl ist es die deutlich kostengünstigere Alternative.

Egal ob Sie den Holztisch mit Leinöl oder mit einem speziellen Holzöl ölen, auf was Sie immer achten müssen ist, dass das Öl zur Farbe des Holzes passt. Eiche oder Kirsche, das ist eine entscheidende Frage. Der Farbton der Hölzer ist unterschiedlich und macht ihren Charme aus.

Um diesen zu erhalten, ist es von großer Bedeutung, womit Sie den Holztisch einölen. Damit Sie vom Ergebnis nicht überrascht werden, ölen Sie zunächst innen am Holztisch eine Fläche ein und lassen Sie das Öl komplett einziehen. Überprüfen Sie anschließend, ob der Effekt Ihren Vorstellungen entspricht.

Auf die Technik kommt es an

Um beim Einölen ein wunderschönes Ergebnis zu erzielen, ist es hilfreich, einige Tipps zu beachten. Zunächst müssen alle oben genannten Vorbereitungen getroffen werden, deren Ergebnis ein trockener, fett- und staubfreier Massivholztisch ist.

Nehmen Sie mit einem weichen und fusselfreien Tuch Öl auf. Bringen Sie dieses Öl in einer dünnen und gleichmäßigen Schicht auf Ihren Tisch auf. Streichen Sie dabei locker und sanft über den Tisch und rubbeln Sie nicht. Lassen Sie das Öl etwa zehn Minuten leicht antrocknen, oder so lange wie es bei einem gekauften Spezialöl in der Anleitung steht.

Nehmen Sie nach dem Ablauf der Zeit mit einem sauberen Tuch das überschüssige Öl ab. Um eine schöne Farbe zu erzielen und die Maserung des Holzes herauszuarbeiten, ist es wichtig, hierbei immer in Richtung der Holzfasern zu arbeiten. Lassen Sie das Öl einen Tag trocken und einziehen.

Überprüfen Sie am nächsten Tag das Ergebnis. Wurde der Tisch intensiv genutzt, dann kann es sinnvoll sein, den Vorgang zu wiederholen. Die Wiederholung kann direkt stattfinden, wenn das Öl einen Tag trocken ist.

Ein Holztisch sieht nach dem Abschleifen und Ölen wieder aus wie neu.

Holztisch nicht überpflegen

Wie oft ein Echtholztisch geölt werden sollte, ist abhängig davon, ob es sich z. B. um Eiche oder Linde handelt und der Nutzungsintensität. Mindestens einmal pro Jahr ist eine gute Faustregel für das Ölen eines Holztisches, um ihn zu pflegen und kleine Kratzer auszubessern.

Um die Abnutzung eines Holztisches zu minimieren, können Sie überlegen, ob Sie den Tisch lackieren oder wachsen wollen. Beim Wachsen wird die Oberfläche des Tisches mit Wachs überzogen. Diese Schicht schützt die Oberfläche, allerdings ist diese Beschichtung nicht beständig und nutzt sich mit der Zeit ab.

Ebenso ist eine Wachsbeschichtung eher empfindlich in Bezug auf die Temperatur. Eine Wachsschicht kann zwar schön poliert werden, allerdings kann sie eine Oberfläche nicht vollständig abschließen. Aus diesem Grund kann es dazu kommen, dass zwischen die aufgebrachte Wachsschicht und den Holztisch Schmutz oder Feuchtigkeit gelangen.

Soll die Oberfläche vollständig versiegelt werden, dann sollten Sie den Holztisch lackieren. Beim Lackieren wird die Oberfläche intensiver verschlossen als beim Wachsen. Daher ist diese Methode meistens beständiger. Es ist zu beachten, dass sowohl beim Wachsen, als auch beim Lackieren die Oberfläche des Echtholztisches intensiver verschlossen wird als beim Lasieren.

Wenn möglich, sollten Sie den Tisch dennoch nach dem Ölen lediglich lasieren, da so die Optik und die Haptik des Holzes besser erhalten bleiben. Bei einer intensiven Nutzung des Tisches können Sie zum Schutz des Tisches diesen lackieren.

Hierbei sollten Sie jedoch immer im Hinterkopf behalten, dass Holz ein sich veränderndes Naturmaterial ist. Mit jedem Tag der Benutzung verändert sich Ihr Holztisch, er erlebt all das gute Essen und die tollen Feste mit Ihnen und so bekommt er seine Spuren, von der jede einzelne eine spannende Geschichte zu erzählen hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü